Schreibtisch-Saison eröffnet

Hi hi people,

Terminkalender und email-Kasten schwellen die Tage über bedenklich an! Alle Zeichen deuten darauf hin, dass demnächst die Schreibtischsaison in NRW wieder beginnt. Das macht vor allem meinem Allerwertesten schwer zu schaffen, der das ruhige Sitzenbleiben wohl die Ferienperiode über total verlernt hat. Daneben haben sich auch Flucht- und „Rumbumbelstrategien“ in den Nervenbahnen eingeschnitten und verfestigt, die zu den kommenden Anforderungen in üblem Widerspruch stehen! Abhilfen? Bislang wenig Ideen, frag ich meine Katze, was sie so von Tischen hält,  antwortet sie nur mit panischen Fluchtreflexen.

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Können da fernöstliche Yoga-, Tantra- oder Atemübungen helfen? We’ll see & post the results. Stelle meine Laufschuhe jedenfalls schon mal an die Wohnungstüre in der Hoffnung, dass regelmäßige kürzere Läufe die aufgeregten Nervenbahnen wieder etwas zur Ruhe und räson bringen.

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Zwischenrésumé – Der dritte 10er

Give yourself headlines instead of deadlines

Wovon man träumt. Niemand weiß so genau, wovon diese blaue Dame zur blauen Stunde träumt. Oft weiß man ja selbst nicht mehr, wovon man eben noch geträumt hat. Andere Träume wiederum „sitzen“.

naund_breit Alpträume zum Beispiel. Besonders diejenigen, welche Ärzte durch Diagnosen und Prognosen an einem selbst ausgelöst haben. Bei der eigenen Gesundheit hört der Spaß auf. Vor genau einem Jahr war (nicht nur) das Thema Laufen ein Alptraum. waldlauf

Jetzt läuft’s wieder. Ich auch. Wunderbar! Traumhaft!

running 10 kmUnd was sagt meine Katze dazu?

schnurrSchnurrrrrrrrrrrrrr…………………………..

Aber wenn man auf Katzen hören wollte, würde einem sogar der Fisch in der Pfanne verrückt werden. Also poste ich trotzdem noch meinen lauffreudigen August und sage stolz naalsogehtdochnaalsogehtdochnaalsogehtdochmmmmmmhhhhhhhmmmm

August2013_regelmaessigesLaufen1

Auslauf bei den Fischköppen

Moin, moin – Schleswig-Holstein im Anlauf

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Klingt fast wie das Laufutensil Schenkel, nennt sich heimlich aber Schinkel. Fünf Häuser nahe dem Nord-Ostseekanal, ein Restaurant, mittags geöffnet und gleich daneben ein Getränkehändler (nach Absprache geöffnet). Sonst viel Grün, Ruhe und gekippte Bordsteine. Wer hier die frische Nordbrise nicht nutzt, ist selber schuld. Mehr gibt`s vorerst nicht zu sagen. Also drehen wir ne Runde zum Kanal und zurück:

6km_Nordsee-Ostseekanal

 

Moin, moin – Durchlauf in die Landeshauptstadt

Weiter geht’s nach Kiel, wo’s die besten Fischwecken gibt! Mit solch‘ guter Grundlage und der erfrischenden Brise ist es ein leichtes, der Schieflage davonzulaufen. Meine zweiten 10km dieses Jahr!

Ruhig, nördlich, viel rotes Backstein, Innenstadt so menschengefüllt wie sonstwo Industriegebiete. Da 80% von Kiel im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, sucht man die klassische Altstadt vergebens. Dennoch vermittelt das Innenstadtbild nicht den ungemütlichen Eindruck einer mit viel Glas und Beton neu aus dem Boden gestampften Architekturfehlplanung. Gefällt mir gut.

Etwas Sonnenmilch, Popcorn und eine Handvoll Interessierte begleiten Tee und Küstengersten-Kaltschalen am Nachmittag den völlig unspektakulären Auftritt der Spitzenkandidatin der GRÜNEN Katrin Göring-Eckardt am Kieler Kai, Höhe seaside61. Wenigstens Bürgernähe zum Anfassen und Mitdiskutieren. Polizeiwagen hinter der Strandbar, die zwei Insassen dösend..(???). Auch O.K.

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Abends kommt Merkel.

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Dass diese jedoch gleich wieder geflüchtet ist, kann aufgrund des Stadtflairs wohl nicht erklärt werden. Oder ist sie wasserscheu? Denn plötzlich regnet es und wird ungemütlich. Den Interessierten, der sich durch Nacht und Regen gekämpft hat, erwartet ihr Auftritt, der enttäuschend wie das Wetter an diesem Abend bleibt. Nichts von der Bundeskanzlerin zu sehen, nur noch eine Riesenleinwand für ein paar Zuhörer in strömendem Regen mit der Deutschlandfahne als Videoschleife. Fazit: Kein Popcorn. Keine Sonnencreme. Keine Sonne. Keine Bürgernähe. Kein Kontakt. Dafür aber kräftig Regen, Nacht und mediale Vermittlung. Gleich danach zwei Coversongs: Über 7 Brücken musst du (wer genau???) gehen und What a wonderful life (nach Merkels Auftritt jedenfalls nicht eines in Schleswig-Holstein…).

Fazit: Wenn Frau Merkel schon im Speedrun aus Kiel davonläuft, sind in puncto Schnelligkeit hohe Hürden gesetzt! Aber Herausforderungen anzunehmen bedeutet Leben! Hier der Süddeutsche Konter: 10km along the waterline in 62min!

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Dabei wollte ich nur 20-40min locker laufen! Aber bei solch einem Fördeblick – da läuft man einfach weiter ohne es zu wollen!

Die Route läuft vom Schwedenkai über das Sartorikai, das Ostseekai und die Kiellinie am Sporthafen und der Wasserschutzpolizei entlang über die Holtenauhochbrücke (Richtung Kieler Flughafen) und wieder zurück.  Auf der anderen Hafenseite gegenüber liegt die größte deutsche Werft, die HDW (Howaldtwerke-Deutsche Werft AG), die vor einem Jahr in ThyssenKrupp Marine Systems GmbH umgetauft wurde.

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Etwas später dann die zweite Belohnung: Küstengerste von Flens frei, dem konkurrenzlos leckersten Getränk der Region sowie ein Lachsbrötchen mit viel Zwiebeln. Hier kann ich mich anschließen: What a wonderful life!!

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Kiel und Laufen in der Hauptstadt = ein kleines Juwel! Nicht nur von der Land- und Seeschaft her, sondern auch von den vielen Läufern! Es scheint, als ob jeder nach dem Frühstück, der Arbeit oder vor dem Abendessen wie selbstverständlich seine Runden dreht (5 Sterne *****). Wo könnte man noch mehr Motivation bekommen, die Latschen zu schwingen?

(Na ja, „fast jeder“ geht auch…)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA  Der jährliche Kiel-Lauf zählt zu den größten Laufevents Norddeutschlands. Kein Wunder. Und für alle, die eher Trails und Berge gewohnt sind – Seile gibt’s auch in Kiel genug! Ich jedenfalls mach‘ nen Knoten in meine Schnürsenkel, damit ich nicht vergesse, hierhin nochmals zu kommen und tauch‘ wieder ab…

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Wenn selbst gesetzte Ziele Wirklichkeit werden!

Meine ersten 10km nach dem Neuanfang. Das sogar in einer respektablen, für mich (vorerst) aber einer „super“ Zeit!

OLYMPUS DIGITAL CAMERALag an der Unterstützung vor allem von Margit*, die mein Dauergequatsche rund ums Laufen geduldig ertragen und Carmen*, die mit ihrer Enzymchentheorie neue Maßstäbe gesetzt und immer noch einen draufgelegt hat!

 
(*Anm: Namen von der Redaktion geändert)! Nochmals vielen Dank!
 

Auf dass eure selbst gesteckten Ziele ebenfalls wirklich werden!

Auch durfte ich wieder im Einklang mit der alten chinesischen Tradition** feststellen, dass dies nicht nur mit dem Körper, sondern vor allem mit dem Kopf, dem Denken, der Einstellung zu tun hat. Unbeirrt daran glauben und nur das Postive sehen, auch wenn es wohl nicht immer so ganz danach aussieht. Ebenfalls hat geholfen, mich ausschließlich damit zu beschäftigen. Ich war wie im Flow, habe alles aufgesogen, was damit zu tun hatte, habe wirklich alles darum herum vernachlässigt und war wie besessen, als ob es nur dieses „Thema“ für mich gäbe (obwohl es eigentlich pillepalle ist…). Und siehe da, ein Nörgler der Sprichwörter darf zitieren: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

[**“Sei dazu entschlossen, und die Sache ist getan.“ (Konfuzius), entspricht dem Shaolin „Lerne, Dinge ganz zu tun oder ganz zu lassen.“ (Shaolin)]

PS: OK, der Brennstoff muss auch stimmen. Da ich vom Abend zuvor noch leckeren Pastis sowie französischen Rotwein im Blut hatte, kann ich diesen Hinweis als Tipp ebenfalls weiterreichen.

Gutes Weiterlaufen – hin, zum Ziel, nicht Davonlaufen, versteht sich!

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Laufen an der dunklen Dordogne, wo die französiche Küche sich verschwärzt

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Dordogne, France

 

 

 

Vorbemerkung: Zu diesem Beitrag gehört ein Fotoalbum, das alle entsprechenden Bilder enthält. Klicke dazu auf „Alben: Rauskommen….“ –> dann „F_2013_….“.

Südwestfrankreich neu erlebt. Total schön! Das hat nicht zuletzt auch mit dem buntgefüllten Farbtopf zu tun, aus dem die Landschaft sich kräftig bedient. Die Region ist ein Wunder an Farben!

Dennoch fangen wir diesmal mit dem „Nicht-So-Guten“ an. Trotz hellestem Tageslicht und Hitze dominieren zwischen Sarlat la Caneda und Bergerac die dunkleren Farbtöne. Was dem Wein aus Bergerac seine Qualität bestätigt, attestiert der Dordogne eine gründliche Veralgung.

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Die Dordogne entspringt im Zentralmassiv bei Clermont-Ferrand aus dem Zusammenfluss von, na, rate mal ?- richtig, Dore und Dogne und mündet bei Bordeaux mit der Garonne in den Atlantik. Sie auf ihrem knapp 500km langen Lauf zu begleiten, fällt für kürzere Strecken durchaus lohnenswert aus.  Wer allerdings ambitionierter ist und längere Strecken sucht, der ist hier fehl am Platz!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA  Viele Wege längs des Flusses sind privat und verboten oder erst gar nicht vorhanden. Und im Sommer dampfen bei über 38°C nicht nur die Socken (und der Schmelzkäse darin), sondern auch die Birne – die eigene, versteht sich (s.Anm. zur regionalen Nahrungspalette unten). Früh aus den Federn kommen ist daher angesagt. [Karte und Fachgesimpel für Interessierte]

6km_Saint-Cyprien_Dordogne

La Faval  24220 Coux-et-Bigaroque_2013-08-03_083255

Stolz, nicht des Laufens, sondern des frühen Aufstehens morgens!

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Wie ich das mit dem Laufen auf der Dordogne gemacht habe, verrate ich allerdings nicht!

 

 

Apropos Federn:

– und jetzt wird’s düsterer, denn trotz hellestem Tageslicht und Hitze dominieren zwischen Sarlat la Caneda und Bergerac die dunkleren Farbtöne.-

Kulinarisch ist die Region eher pervers verdreht und rar in frischen, mediterranen Nahrungsmitteln. So kann man außer der international geächteten und vom Tierschutz auf die roten Liste gesetzten Foie de Gras (fette Stopfleber von Gänsen und Enten) mit Nussöl zu speisen, ebenfalls Salatblätter für das Abendessen suchen gehen oder seine Urlaubskasse mit den gängigen Tagesmenupreisen in Rekordzeiten an die Belastungsgrenze runterfahren.

Weltfremde Vorstellungen von legerem, günstigen Südfrankreichurlaub oder eines Besuches von Christian Moullec, der mit seinen Drachenflügen mit den Gänsen in den 90ern bekannt geworden war, werden in windeseile ebenso korrigiert wie die Hoffnung, doch Scharen von den regionalen glücklichen „Land“gänsen auf Schritt und Tritt gackern zu hören. Ein Blick in Wikipedia ist unbedingt empfehlenswert, was regionale „Spezialitäten“ angeht. Jedenfalls mich hat dies von anfänglichen Höhenflügen wieder trittsicher auch ohne GPS und Navi geortet! Hierzu mehr:

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Tierquälerei! Lies hierzu unbedingt den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia!

http://de.wikipedia.org/wiki/Foie_gras#Herstellung

Dennoch ist natürlich nicht alles so schlecht, wie es zwischenzeitlich geklungen haben mag (ausgenommen Radio Inter France – der musikalischen Katastrophe…)!

Man muss nur ein bisschen suchen gehen und siehe da, es gibt sie noch: Franzosen, die mit den Händen an langen Tischen sitzend stundenlang genussvoll Riesenschalen von frischen Atlantikmuscheln ausschlecken, regionaler Wein, der den Bordeaux rouge eher blanc aussehen lässt und eine wunderbare Umgebung, die auch sportlich einiges zu bieten hat.

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Da kann der mitgebrachte Sandbag mit gutem Gewissen zum gepolsterten Transportbehälter für diverse Getränkeflaschen umfunktioniert werden. Pas de problème.

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So, denke das reicht als Apéritif oder Appetizer. Wer mehr wissen sehen will, kann in dem kleinen Album (s.o.) stöbern, wer mehr erleben will, darf selbst hingehen.

Wir machen uns daher schon ‚mal auf den Weg zurück in den Osten. Auf halbem Wege von K. bietet sich jedenfalls noch ein Stop in dem „orangeroten“ Orleons an, wo kurz vor Paris ein zweiter Fluss, die Loire, zu schönen Läufen einlädt! Wer nur wenig Zeit hat oder schon 8-10h im Auto gefahren ist, sollte es sich  wenigstens gönnen und doch noch für wenigstens ein paar Minuten am  Läuferparadies teilnehmen. (Mann oh mann, hier zeigen dir die Scharen von Franzosen, was sie sportlich neben Fußball und Radeln draufhaben!). Meine Wenigkeit hat es doch noch auf die Brücke und zurück geschafft, das musste schon sein!

Orleans_Laufen_über_die_Loire

Endspurt_Orleans_Loire

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OLYMPUS DIGITAL CAMERA  Achtung beim Weiterfahren. Überhitzte Köpfe am Urlaubsende lassen einen da schon einmal seine Schlappen an kurzen Rasten vergessen (Ich hab‘ noch 2  Paar Schuhe in Paris…)

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Denke, das reicht. Hole noch meine Schuhe und mach‘ Schluss!